HÄUFIGE FRAGEN

Was ist eine europäische Kulturhauptstadt?

„Kulturhauptstadt Europas“ ist ein Titel, der – basierend auf der Idee der griechischen Kulturministerin Melina Mercouri – seit 1985 (zuerst als „Kulturstadt“) jährlich von der Europäischen Union an mindestens zwei Städte vergeben wird. Damit soll einerseits die Vielfalt der Kulturen und ihr gegenseitiges Verständnis in Europa befördert werden, andererseits wird auf Stadtentwicklung sowie die Stärkung der Identität und des internationalen Profils abgezielt.

 

Was wird sich inhaltlich ab 2020 ändern?

Ab 2020 gelten neue EU-Ausschreibebedingungen. Im Bewerbungsleitfaden wird betont, dass es sich um kein tourismusorientiertes Projekt handelt und nicht das (bisherige) Kulturerbe entscheidend sind, sondern ein zukunftsorientiertes Konzept mit einem unüblichen Kultur-Programm erarbeitet werden muss, das langfristig – über das Veranstaltungsjahr hinaus – wirkt und die Sektoren Kultur, Soziales und Wirtschaft verzahnt. Neben künstlerischen Inhalten ist die Einbindung der Gesellschaft wichtig.

 

Wieso wird 2024 eine österreichische Stadt zur Kulturhauptstadt?

Die nationale Verteilung der Kulturhauptstädte ist auf Jahre hinaus – aktuell bis 2033 – im Vorhinein festgelegt. Österreich wurde bereits 2003 (Graz) und 2009 (Linz) bedacht und kommt 2024 wieder an die Reihe – gemeinsam mit einer Stadt/Region aus Estland sowie einem (potentiellen) EU-Kandidatenland.

 

Welche österreichischen Städte wollen sich bewerben?

Offiziell hat sich im Herbst 2017 die Stadt St. Pölten (mit der Region) positioniert, dafür wurde ein Kernteam eingesetzt und ein Budget von Stadt und Land NÖ – rund 2,4 Millionen für die Bewerbung – beschlossen. Überlegungen für eine Bewerbung gibt es außerdem bei den Rheintalstädten Bregenz-Dornbirn-Hohenems-Feldkirch, der Murtal-Region um Judenburg, im Salzkammergut mit Bad Ischl und in Salzburg.

 

Was kostet eine Kulturhauptstadt und wer zahlt das?

Für das Budget gibt es keine Vorgaben. Die Bandbreite geht von einigen wenigen Millionen bis zu dreistelligen Euro-Millionenbeträgen. Graz und Linz haben jeweils ca. 60 Millionen – verteilt auf mehrere Jahre – aufgebracht, wobei ein Drittel von Stadt, ein Drittel vom Land und ein Drittel vom Bund kam (zusätzlich wurden durch Sponsoring etc. Drittmittel erwirtschaftet). Seitens der EU sind aktuell durch den Melina Mercouri-Preis 1,5 Millionen Euro Unterstützung vorgesehen, eine zusätzliche Finanzierung aus anderen EU-Töpfen wird empfohlen. Nicht zu vergessen sind Kosten für den aufwendigen Bewerbungsprozess.

 

Wer entscheidet wann über die Kulturhauptstadt 2024?

Das Bundeskanzleramt betreut und begleitet die Bewerber, die Entscheidung liegt bei einer internationalen EU-Jury. Diese beurteilt die Bewerbungen anhand definierter Kriterien (Langzeitstrategie, Europäische Dimension, Content, Realisierbarkeit, gesellschaftliche Teilhabe, Verwaltung) und wählt eine Stadt/Region aus. Die Einreichung des Konzepts muss bis 31.12.2018 erfolgen, die EU-Entscheidung wird im Dezember 2019 getroffen werden.